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Probleme beim Produzieren

 

Jeder, der Musik produziert, hat bestimmt schon mal vor dem ein oder anderen Problem gestanden und wusste nicht mehr weiter. So ging es mir auch. Daher habe ich mir überlegt, einige der Probleme die ich hatte, zu beschreiben und eine Lösung vorzuschlagen. Es gibt bestimmt noch andere Lösungsmöglichkeiten, aber die beschriebenen Punkte haben mir geholfen.

Vielleicht hilft es dir auch …

 

Dauerhaftes Störsignal (Feepen, zierpen, oder ähnlich)

Vorab schon mal der Hinweis: Störgeräusche können eventuell schon im Vorfeld verhindert werden. Es kann sein, dass ein Stecker falschrum in der Steckdose steckt. Daher achtet darauf. Mit einer Überspannungssteckdose kann man sehen, ob ein Verkabelungsfehler vorliegt.

Zunächst sollte man sich das Störgeräusch anhören, damit man versteht was die eigentliche Störung ist.

Störgeräusch-feepen, zierpen… ab ca. 20 Sekunden kommen die Kanäle des Virus A dazu. Daher wird das Geräusch an dieser Stelle etwas lauter.

Um das Problem zu beheben, habe ich unzählige E-Mail an diverse Musikshops in ganz Deutschland geschrieben und sämtliche Foren durchsucht. Ich war sogar schon so weit mir eine neue Soundkarte zu bestellen, bis ich folgendes versucht habe:

1.Test – Jeden Output einzeln „bouncen“
    Ergebniss: Alles sauber!

2. Test – Kann ich Virusspuren auch „bouncen“?
    Ergebniss: Die Aufnahme funktioniert problemlos. Es ist kein Störsignal zu hören. Man kann sogar die Veränderungen mit Cutoff, Resonanz, und co. live zusammen schrauben während das „Bouncing“ – also die eine Aufnahmemöglichkeit – läuft! Alles was man während der laufenden Aufnahme macht, wird genau so 1:1 aufgenommen. Auch eine gesetzte Automation kann so problemlos aufgenommen werden.

3. Test – Wie hören sich die Analogen Ausgänge meiner Soundkarte an (Motu 828 MK II)?
Hier zu habe ich mit einem Kopfhörer direkt die Kanäle an der Soundkarte abgehört.
Ergebnis: Alles sauber!

4. Test – Wie hört sich der Sound über den Soundkarten-Kopfhörerausgang an?
   Ergebnis: Das Störsignal ist da!

5. Test – Wie hört sich das Ganze über das Mischpult an, wenn ich einen Köpfhörer an das Pult anschließe?
    Ergebnis: Leider musste feststellen, dass das Störsignal immer noch da ist und lediglich durch die Funktion „bounce“ heraus gefiltert wird.

Es kann aber nicht sein, dass man nur „boucen“ darf um das Störsignal raus zu filtern. Daher habe ich weitere Tests durchgeführt.

6. Test – Wie hört es sich an, wenn ich den Rechner starte und mein Sequenzer (Logic) noch nicht geöffnet ist?
   Ergebnis: Alles sauber.

7. Test – Was passiert wenn ich jetzt den Sequenzer (Logic) starte?
   Ergebnis: Das Störsignal kommt sobald Logic den CoreAudio-Treiber startet bzw. läd und bleibt so lange bis Logic wieder geschlossen bzw. bis der CoreAudio-Treiber wieder entladen wird.

8. Test – Wie hören sich eigentlich die digitalen Kanäle der Soundkarte an?
 Ergebnis: Alles sauber!

Ich bin dadurch zu dem Schuss gekommen, dass das Signal zwischen den analogen Soundkarten-Outputs und dem Mischpult zustande kommt.

Im nächsten Schritt habe ich dann natürlich alle Kabel geprüft und musste feststellen, das ich ein unsymetrisches Multicorekabel an Soundkarte und Mixer angeschlossen hatte.
Ich habe dann ein symetrisches Multicorekabel bestellt und weg war das Geräusch!!!

Also checkt mal eure Kabel… Icon Wink in Probleme beim Produzieren Bei mir hat es geklappt!

Falls das nicht hilft gibt es einige Tools von der Firma www.artproaudio.com. Hierbei handelt es sich um Cleanboxen oder Brummschleifeneliminatoren, die auch sehr gute Eigenschaften haben. Sollte sich das Signal jedoch genau so anhören wie das was hier zu hören ist – Kabel prüfen und ggf. ersetzen!

HINWEIS: Ich habe noch 2 Cleanboxen hier stehen, die ich gerne gegen eine keine Spende verleihen könnte. Mail to: info(AT)nachts-im-studio.de

 

XXXX Schrafur beim Aufnehmen

Vielleicht kennt man das. Man möchte aufnehmen und plötzlich erscheinen merkwürdige XXXX Schrafuren unter dem aufgenommenen Block.

XXXX Schrafur in Probleme beim Produzieren

Dadurch lässt sich die MIDI Einstellung nicht mehr verändern.
Eine einfache und hilfreiche Lösung ist folgende:

1) Man geht auf Layer “Klick & Port”.
2) Nun erzeugt man mit NEU > REGLER > AUTO einen Fader.
3) Dadurch kann man den phys. Eingang des Yamaha-Ports mit dem Regler verbinden. Die Daten werden abgezweigt und landen nicht mehr im Sequenzer. Jetzt kann man allerdings auch gar nichts mehr vom Yamaha an- oder aufnehmen, es sei denn, es ist als offizielle Controller-Oberfläche angemeldet.
4) Markiere den Regler.
5) Links in der Parameterbox sieh man unter anderem “Eingang”. Diese Einstellung muss auf “Sysex” stehen. Ein Editorfenster geht auf.
6) Nun klickt man auf das IN-Symbol links oben. Der Editor kann jetzt “lernen”. Da der Mixer das Zeug ja wohl dauernd sendet, müsste es jetzt schon ankommen und angezeigt werden.
7) Jetzt schließt man den Editor.
8.) In der Parameterbox stellt man “Filter” auf ”Übereinstimmung”. Die Nachricht wird jetzt gefiltert.
9) Nun verbindet man den Regler-Ausgang (Dreieck rechts oben) mit dem Sequenzereingang “zur Aufnahme & MIDI Thru”.

Jetzt dürfte diese Meldung nicht mehr ankommen.

Bei mir klappt das so mit einem Yamaha 01V96 und bei einem bekannten mit dem JD-800.

Problem dabei: Wenn der Mixer jedes Mal eine andere Meldung sendet, geht das so nicht. Nur der Wert der Sysex-Nachricht darf sich ändern, nicht aber die anderen Adressen.
Edit: Man kann den Filter auf “Alle” stellen, dann werden alle Sysex des Yamaha gefiltert, sonst aber nichts.

 

Midi Signal direkt in drei verschiedenen Spuren aufnehmen

Wenn man über ein Keyboard einen Beat (Kick, Snare, Hat) einspielt kann man das MIDI Signale direkt in, beispielsweise, drei verschiedene Spuren aufnehmen. 

Man kann die MIDI Signale im Environment auf einzelne Channelstrips verteilen.
An den “Physical Input” wird eine Reihe Transformer gehängt und diese stellt man auf “Condition Splitter (true -> top cable)”.
Mit jedem Transformer holt man die Note beim oberen Ausgang raus, die zu einem bestimmten Channelstrip gehen soll.
Die anderen fließen weiter in den Sequencer Input. Das sieht dann zum Beispiel so aus:

 Midi in Probleme beim Produzieren

Die Channelstrips kann man durch Drücken der “Alt-Taste” routen oder es wird ein zweites Fenster mit dem Environment Mixer aufgemacht und man zieht die Kabel einfach zu den Channelstrips rüber.

Achtung, wenn man direkt zu den Channelstrips verkabelt ist der ausgewählte Kanal im Arrangement nicht mehr relevant. Die Noten erreichen die direkt verkabelten Channelstrips immer.
Das kann in diesem Fall praktisch sein, weil zu Beispiel Bass Drum und Snare oder Snare und Hihat gleichzeitig auf deren Spuren eingespielt werden können.
 
Oder man macht einen Zwischenschritt:
Auf eine Spur aufnehmen und dann die Events nach Tonhöhe aufsplitten oder das Drumkit (je nachdem woher es kommt) so umzuprogrammieren, dass die einzelnen Sounds auf verschiedenen MIDI-Kanälen senden und dann eben eine Multi-Kanal-Aufnahme auf verschiedene Spuren leiten.

Eine weitere Lösung wäre folgende:
Man öffnet drei Software Instrument oder erzeugt External MIDI Tracks. Es werden alle auf den gleichen Input Kanal gestellt.
Jetzt wird der pro Spur Key Limit Parameter eingestellt, und los gehts. 

Zum Aufnehmen könnte man sogar eine Gruppe anlegen, mit der alle 3 Channelstrips gleichzeitig aufnahmebereit geschaltet werden können.
Eine Eigenschaft davon ist jedoch das die Funktion eher für die Wiedergabe gedacht ist. Beim Einspielen kann es lästig sein, dass immer alle Noten geschrieben werden. Diese Noten kann man aber auch löschen.

 

Demnächst:

Wie erstelle ich einen Battery Kit?
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Diese Liste wird immer mal wieder aktualisiert. Wenn jemand Anregungen hat, kann er diese gerne an “info(AT)nachts-im-studio.de” senden.

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